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Vor der Promotion

Die Entscheidung für oder gegen eine Promotion sollte gut überlegt sein. Machen Sie sich Gedanken über Ihre beruflichen Motive, Wünsche und Erwartungen. Bei der Entscheidung spielt neben Ihrer persönlichen Motivation auch die Karriereplanung eine wichtige Rolle.

Setzen Sie sich möglichst früh mit diesen entscheidungsfindenden Fragen auseinander:
Fragen QualitätsZirkel Promotion

Die Antworten auf diese Fragen können Ihnen dabei helfen, herauszufinden, ob eine Promotion für Sie der richtige Weg ist. Ein ergänzendes Beratungsgespräch zum Thema Promotion mit einer Professorin oder einem Professor ist darüber hinaus zu empfehlen, wodurch u.a. stärker die fachbezogenen Voraussetzungen und Anforderungen geklärt werden können. Grundsätzlich gilt: Für eine wissenschaftliche Karriere ist eine Promotion zwingend nötig. Je höher Ihre Motivation und Ihre Begeisterung für die Wissenschaft, desto besser sind die Ausgangsbedingungen für Ihr Promotionsvorhaben.

Finanzierung der Promotion

Die Finanzierung der Promotionsphase kann auf verschiedenen Wegen erfolgen, z.B.:

• Stelle als wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in oder im Wissenschaftsmanagement
• als abgeordnete/r Lehrer/in
• Hilfskraftstelle mit Abschluss
• externe Stelle
• familiäre Unterstützung
• mit Stipendium

Neben dem Stipendium nach dem LGFG gibt es Stipendienmöglichkeiten der Begabtenförderwerke, thematisch einschlägiger Stiftungen oder im Rahmen von Promotionskollegs. Das Forschungsreferat berät Sie gerne zum Thema Finanzierung der Promotion. Eine erste Übersicht über verschiedene Förderer von Promotionsstipendien gibt die Broschüre Forschungsfinanzierung.

Die passende Betreuung finden

Es gibt verschiedene Wege, wie Sie eine passende Betreuung finden können. Es kann sich lohnen, bereits während des Studiums entsprechende Kontakte in die wissenschaftliche Community zu knüpfen (z.B. durch eine Mitarbeit als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl oder in Drittmittelprojekten nach der Betreuung einer Masterthesis) und dann gezielt eine Professorin oder einen Professor als Betreuungsperson anzusprechen. Andernfalls beginnt die Suche nach einer geeigneten Betreuung mit einer Online-Recherche. Dafür sollten Sie eine grobe Themenvorstellung Ihres Dissertationsprojekts haben, die Ihnen dabei hilft, mögliche Betreuungspersonen zu identifizieren. Im nächsten Schritt empfiehlt sich die direkte Kontaktaufnahme mit themenaffinen Forscher_innen. Forschungsschwerpunkte können Sie über die Personenprofile auf der PH-Homepage identifizieren. Es empfiehlt sich, vor dem ersten Treffen das eigene Vorhaben (mögliche Fragestellung, Recherche des aktuellen Forschungsstands, methodische Vorgehensweise) in einem Kurzexposé zu skizzieren. Somit können Sie und die/der kontaktierte Professor_in besser einschätzen, ob es gemeinsame thematische Anknüpfungspunkte gibt.

Weitere Fragen können Ihnen bei der Auswahl Ihrer Betreuung helfen:

  • Passt er/sie ideal zu Ihrem Thema oder verfügt er/sie über passende Kontakte in der Scientific Community?
  • Wirkt er/sie engagiert und hat Lust auf Ihr Thema?
  • Wie viel Erfahrung bringt die Person in der Betreuung von Promovierenden mit?
  • Kommen Sie menschlich miteinander zurecht?

Sprechen Sie auch mit anderen Promovierenden über deren Erfahrungen, kontaktieren Sie z.B. die Sprecher_innen des Promovierendenkonvents (promovierendenkonvent(at)ph-gmuend.de).

Bitte sprechen Sie mit der betreuenden Professorin bzw. dem betreuendem Professor auch frühzeitig den Aspekt der möglichen Zweitbegutachtung an.

Entscheidung für ein Promotionsthema

An der PH SG führt der am häufigsten beschrittene Weg zum Doktortitel über die → Individualpromotion. In diesem Promotionsmodell suchen sich die Doktorand_innen einen Hochschullehrer_in als Betreuer_in, den sogenannten „Doktorvater“ oder „Doktormutter“, und arbeiten sehr eigenständig an ihrer Dissertation.

Die Entscheidung für ein Promotionsthema kann hierbei auf verschiedenem Wege erfolgen:

  • Ausschreibung eines Promotionsthemas beim Lehrstuhl
  • Themenvorgabe im Rahmen eines Drittmittelprojektes
  • Eigenes Forschungsthema

Neben der → Individualpromotion gibt es auch die Möglichkeit, innerhalb eines strukturierten Promotionsprogramms zu promovieren. Ein → strukturiertes Promotionsprogramm ist oft fächerübergreifend ausgerichtet, beinhaltet ein promotionsbegleitendes Curriculum und bietet häufig ergänzende Schulungen in "Soft Skills" und Zusatzqualifikationen. Zudem kümmert sich i.d.R. ein Team von Betreuer_innen um die Doktorand_innen. Durch die systematische und intensive Betreuung innerhalb dieser Programme können Promotionen meist innerhalb von drei Jahren abgeschlossen werden. Die Ausschreibung eines Themas erfolgt im Rahmen eines drittmittelgeförderten Promotionskollegs, Graduiertenkollegs oder Forschungs- und Nachwuchskollegs (FuN-Kollegs).

Grundsätzlich gilt, dass das Promotionsthema mit der betreuenden Professorin bzw. dem betreuenden Professor gemeinsam im Rahmen von Beratungsgesprächen konkretisiert wird.

Es ist wichtig, zusätzlich zur Kenntnis des aktuellen Forschungsstands einen eigenen Standpunkt zu finden, um einen Themenbereich klar abzugrenzen und das Promotionsvorhaben bewältigen zu können. Neben einer klaren Materialeingrenzung sollten Sie eine Forschungslücke identifizieren, die Sie mit Ihrer Arbeit schließen können, denn jede Promotion sollte einen erkennbaren Wissenszuwachs für die Scientific Community erbringen. Sobald Thema und Zielsetzung der Arbeit stehen, stellt sich die Frage nach der geeigneten Methodik zur Erforschung Ihres Untersuchungsgegenstands. Auch hier empfiehlt sich ein enger Austausch mit Ihrer Betreuung, die Sie unterstützen und beraten kann, wie Sie Ihr Ziel methodisch am besten umsetzen.

Eine weitere Voraussetzung ist, dass Sie viel Leidenschaft für Ihr Thema mitbringen sollten, da Sie sich mehrere Jahre damit beschäftigen werden und somit auch Expertenwissen erwerben, das Ihren späteren Karriereweg prägen kann.

Suchen Sie Kontakt zu anderen Forscher_innen! Nutzen Sie Gelegenheiten, Ihr Thema früh zu präsentieren, um die Themenwahl einzugrenzen oder die Forschungsmethode zu diskutieren.